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Mittwoch, September 23, 2020
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Fast reise-fertig. Riesige Ibiza-Kunst. Party-Viertel (über)lebt

Fast bereit für die große Reise: Die Schildkröten von Ibiza. Foto: COFIB

Meeres-Schildkröten gehen im Herbst auf Reisen

Die Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta) von Ibiza, die in Valencia aufgezogen wurden (IbizaHEUTE berichtete online), werden im Herbst auf der Insel in die Freiheit entlassen. Das Muttertier hatte die Eier im vergangenen Jahr auf Ibiza abgelegt. Die in sicherer Umgebung vor über einem Jahr geschlüpften Tiere haben eine deutlich bessere Überlebens-Chance als wild geschlüpfte Exemplare. Trotzdem wird der Eingriff in die Natur so gering wie möglich gehalten.

Der zur Auswilderung gewählte September oder Oktober hat verschiedene Gründe: Es wird noch auf spezielle Mini-Satelliten-Sender aus den USA gewartet, die an einigen Tieren angebracht werden sollen, um ihre Wanderung verfolgen zu können. Die Tiere können bis dahin außerdem noch an Größe und Gewicht zulegen. Und der heiße Sommer ist vorbei, das Meer aber noch warm. Ideal-Bedingungen für die stark gefährdeten Meeres-Schildkröten.

Die Tiere sollen vom Ibiza-Strand aufbrechen, damit sie zur Ei-Ablage in einigen Jahren wieder hier her zurückkehren. Wobei die eigentlich erfreuliche Tatsache, dass die Insel-Buchten für die Ablage gewählt werden, auch Grund zur Besorgnis gibt. Denn eigentlich müssten die Stände hier zu kalt dafür sein. Der Klima-Wandel macht sich offenbar bemerkbar. Vor 2019 sind keine Nester hier aufgezeichnet.

Nun kriechen die Schildkröten auf Ibiza und Formentera an Land. Dabei bitten die Biologen um Folgendes: Wenn jemand eine Schildkröte beim Anlanden beobachtet, soll er über den Notruf 112 Hilfe anfordern. Halten Sie Abstand, bitten Sie auch andere, dies zu tun. Machen Sie keine Video-Aufnahmen, nutzen Sie kein Blitzlicht, verursachen Sie keinen Stress für das Tier.

Die Biologen nehmen sich der Nester an. Denn an den meisten Stellen der Insel gäbe es kaum Aussichten auf ein Schlüpfen der Jung-Tiere. Wie im Fall der rund 100 gelegten Eier, Mitte Juli in der Cala Nova. Die Bucht ist unter anderem viel zu belebt. 80 Eier haben die Helfer deshalb nach Es Cavallet gebracht. Hier, bei den abgegrenzten Dünen, ist der Sand auf der gesamten Insel am wärmsten. In etwa zwei Monaten könnten die Baby-Schildkröten auf natürlichem Weg schlüpfen und sich auf den Weg ins Meer machen. Wie viele überleben, ist ungewiss, deshalb werden auch um die 20 Eier auf Mallorca in Inkubatoren ausgebrütet, um eine sichere Zahl von Jung-Tieren fürs kommende Jahr fit zu machen.

Ein vergängliches Kunstwerk aus Ibiza-Salz, Kohle und Blüten. Foto: Bloop-Festival

Bloop-Festival zeigt auf Ibiza Format!

In Zeiten, in denen fast alle großen Veranstaltungen auf der Insel abgesagt wurden, will das Bloop-Festival Farbe zeigen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das Kunst-Spektakel verwandelt ganze Bauten in Leinwände für riesige Bilder. So werden Städte zu Open-Air-Galerien, gratis für jeden zu bestaunen.

Auf Ibiza geht das Festival am 6. August (bis 6. September) in sein zehntes Jahr. An vielen Stellen, besonders in der Inselhauptstadt und Sant Antoni, sind an die meist farbenfrohen Kunstwerke zu sehen. Aber auch Vergängliches gehört dazu, wie das Bild aus Insel-Salz, Kohle und Blumen auf der Rampe zur Festung.

Dieses Jahr wird sicherlich vieles anders. Es wird eine Hommage an die vergangene Ibiza-Bloop-Dekade. Bleiben Sie über die Website und sozialen Medien über die Events auf dem Laufenden. Klicken Sie hier.

Lang vergangene Bilder des Party-Viertels am Hafen. Foto: Thomas Abholte

Freud und Leid in La Marina von Ibiza

Das Amüsier-Viertel der Insel-Hauptstadt befindet sich im Wechselbad der Gefühle: Seit Jahren waren die Besucher-Zahlen Rückläufig. Alte Ibiza-Hasen erinnern sich an die legendären Nächte zwischen Festungs-Mauer und Hafen-Becken. Feiern oberhalb des alten Marktes. Schrill-buntes Treiben in der Calle de la Virgen. Sehen und gesehen werden an der „Meile“.

Aber die neuen die Hotels mit ihren club-artigen Nacht-Angeboten – und nicht zuletzt die Erweiterungen der Bereiche wie Platja d’en Bossa, mit immer mehr Entertainment, haben die Menschen in „ihren“ Urlaubsecken gehalten und Ausflüge in die Stadt seltener gemacht.

Dieses Jahr sind sie zurück, weil die Alternativen geschlossen haben. Balsam auf die geschundenen Seelen der alt eingesessenen Hafenlokal-Betreiber und der Geschäfte vor Ort. Aber auch eine bittere Süße, weil es nicht nur eine Ausnahme ist, sondern unter anderem die frühe Sperrstunde – zwei Uhr morgens – ihnen wichtige Umsatz-Stunden nimmt. Die Insel-Regierung lehnt aus Sicherheitsgründen längere Öffnungszeiten derzeit aber weiter ab.

Die Leichtigkeit fehlt. Maskenpflicht und strenge Polizei-Kontrollen, um einen zweiten „Ballermann“ zu verhindern, tun ihren Teil.

Es ist die Gratwanderung zwischen der Sehnsucht nach Lebensfreude und Virus-Angst. Für die Geschäftsleute nach eigener Aussage vielleicht eine Saison, in der kein Geld verdient wird – aber zumindest auch keines verloren. Wenn sich die Situation nicht ändert. Wobei auch die Betreiber des Nachtlebens wissen, dass ihre Verantwortung dafür besonders hoch ist.

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