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Dienstag, Juli 7, 2020
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Abgestimmte Poolpflege für uneingeschränkten Badespaß

Wohl dem, der im Sommer auf den Inseln seinen eigenen Pool hat. Doch ein Pool will gehegt und gepflegt werden, denn nicht nur der von Hitze geplagte Mensch fühlt sich wohl im Nassen, auch Algen und eine Vielzahl von Bakterien lieben Pools – leider…

Die chemische Standardwaffe, mit der die meisten Poolbesitzer einen möglichst keimfreien Badespaß anstreben, ist Chlor. Diese Chemie ist günstig, leicht zu handhaben und sehr effektiv. Es gibt Chlor in Tablettenform oder als Granulat – oft auch verbunden mit Mitteln, die Schwebeteilchen binden und den pH-Wert beeinflussen. „Tres Fasicos“ heißen sie im Fachhandel.

Aber Chlor hat Nachteile: Oft wird es nicht fachgerecht eingesetzt – und überdosiert. Und dann kann Chlor unangenehm werden. Da wäre einmal der beißende Geruch, bei dem viele Plantscher die Nase rümpfen. Der entsteht vor allem in Verbindung mit Harnsäure. Klar, beim – vor allem bei kleinen Kindern mal vorkommenden – Pipi im Pool, aber auch durch Harnsäure auf der Haut. Also vorher gut abduschen. Aber ein überchlorter Pool kann Haut und Augen reizen und Badehose oder Bikini ausbleichen lassen. Wie gesagt: Wenn zu viel Chlor im Pool-Wasser ist…

Das wäre auch nicht gut für die Umwelt. Denn einige Poolbesitzer lassen im Herbst ihr Wasser in die Landschaft ab, und der tut Chlor nicht gut. Da ist es besser, den Pool ohne Chlor zwei Wochen stehen zu lassen, bis sich die Chemie abgebaut hat. Dann eignet sich das Wasser sogar zur Gartenbewässerung. Man kann sein Wasser bei entsprechender Pflege aber auch viele Jahre im Pool lassen ohne dass die Wasser-Qualität sinkt. Das spart Tausende Liter. Und in der kalten Jahreszeit braucht mein Pool weder viel Chlor noch pH-Stabilisatoren. Nur einmal pro Woche die Pumpe kurz drehen lassen – damit sie sich nicht festsetzt. Also: Chlor richtig und vernünftig eingesetzt ist durchaus vertretbar und schadet eigentlich nicht. Aber es gibt auch sehr gute Alternativen.

Zunehmend Anhänger findet seit einigen Jahren die Poolpflege mit Aktivsauerstoff. Damit haben Pool-Experten gute Erfahrungen in Spas und Whirlpools gemacht: kein Chlorgeruch und hautverträglich. Doch es gibt einen Haken: Bei hohen Außentemperaturen – und die haben wir im Sommer auf den Inseln – ist die Anwendung nicht ganz unkompliziert. Aktivsauerstoff gibt es wie Chlor in Form von Tabletten, Granulat oder Flüssigmitteln. Ein weiterer Nachteil: Die Poolpflege mit Aktivsauerstoff ist rund doppelt so teuer wie mit Chlor.

Es gibt eine weitere Alternative: die Salz-Elektrolyse. Das Prinzip ist einfach: In Wasser gelöstes Salz strömt durch eine Elektrolysezelle und wird dabei in Natrium und Chlor aufgespalten. Das so entstehende molekulare Chlor reagiert sofort mit dem Wasser, es entsteht atomarer Sauerstoff. Dieser zerstört Mikroorganismen und wirkt desinfizierend. Nach dem Desinfektions-Vorgang verbindet sich das Natrium wieder mit dem Chlor und am Ende gibt es wieder Salz. Das Ergebnis: Kein Chlorgeruch, keine brennenden Augen. Medizinisch gesehen ist das Wasser durch den leichten Salzgehalt hautfreundlich, und die Atmungsorgane werden positiv beeinflusst.

Für die Salz-Elektrolyse muss allerdings der Pool baulich umgerüstet werden, er bedarf einer Elektrolyse-Zelle. Die Investition ist nicht ganz billig. Doch die dann anfallenden Kosten für das Salz, das zugesetzt werden muss, liegen unter denen, die bei Chlor oder Aktivsauerstoff anfallen.“

Ob Chlor, Aktivsauerstoff oder Salz-Elektrolyse – ein Pool ohne den richtigen pH-Wert ist kein Spaß von langer Dauer. Dieser Wert sagt etwas darüber aus, ob das Wasser sauer oder alkalisch ist. Der pH-Wert des Schwimmbeckenwassers soll im ganz schwach alkalischen Bereich zwischen 7,0 und 7,4 liegen. Je höher der pH-Wert des Wassers, das heißt, je alkalischer das Wasser, desto weniger verträglich ist es für die Haut und speziell für die Augenbindehaut, und um so geringer wird die Wirksamkeit des für die Desinfektion des Wassers erforderlichen Chlors. Je niedriger andererseits der pH-Wert, desto aggressiver wird die Wirkung des Wassers auf Becken-Werkstoffe, besonders auf Fliesenfugen und Metallteile. Ein optimaler pH-Wert bedeutet gleichzeitig optimale Voraussetzungen für Verträglichkeit, Desinfektionsmethoden und Material.

Besonders im Sommer sollte man mindestens einmal wöchentlich den pH-Test machen, um gegebenenfalls den Wert zu senken (mit ph-minus) beziehungsweise zu erhöhen (mit ph-plus). Für Wasserproben gibt es im Handel eine Vielzahl von Test-Kits, die einfach zu bedienen sind und bereits nach wenigen Sekunden über die Farbskala das Ergebnis anzeigen.

Ein wesentlicher Bestandteil des Pool-Reinigungssystems ist der Filter. Das Poolwasser soll mindestens zweimal pro Tag, besser öfter, komplett durch den Filter strömen. Er muss deshalb mindestens einmal pro Woche sorgfältig gereinigt oder gespült werden. Auch den Skimmern fällt eine besondere Rolle zu. Denn Granulat, Tabletten und flüssige Desinfektions-Mittel werden dem Poolkreislauf über den Skimmer zugeführt.

Zu geringe Zirkulation und ein verdreckter Filter erhöhen die Gefahr, dass das Wasser verschmutzt, sich Keime und Algen bilden. Und dann hilft nur noch die Schockbehandlung mit Chlor. Genau so wichtig ist die Reinigung der Fliesen und des Poolbodens. Neben dem Hand-Unterwassersauger gibt es selbstständig arbeitende Roboter. Die Häufigkeit der Reinigung hängt von der Umgebung und Jahreszeit ab. Pinien-Nadeln oder Blätter sind ebenso Faktoren wie der Staub vom nahen Camino. Schwebeteile und unsaubere Fliesen sehen nicht nur unschön aus, sie bieten auch den Nährgrund für Keime, Bakterien und Algen…

Immer besser werden auch Natur-Pools und Schwimmteiche – auch auf den Inseln funktionieren sie. Es gibt verschiedene Fachbetriebe, die solche Projekte umsetzen. Diese Pools und Teiche sollen dann komplett chemiefrei sauber bleiben, teilweise können Bio-Ergänzungen aber auch bestehende Systeme entlasten.

Also, auf einen erfrischenden Sommer in klarem Wasser!

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