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Montag, September 21, 2020
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Balearen-Warnung trotz Sicherheit. Tests in Hotels. Lokal dicht

Großbritannien warnt auch vor den Balearen

Die Situation spitzt sich zu. Keine Ausnahme für die Balearen, heißt es aus London. Die britische Regierung warnt ihre Bürger vor Reisen nach ganz Spanien, auch auf die Balearen mit Ibiza. Alle, die aus Spanien nach Großbritannien fliegen, müssen sich nach derzeitigem Stand einer 14-tägigen Quarantäne unterziehen. Auch Ferien-Rückkehrer.

In der Konsequenz heißt das, die Briten fliegen woanders hin. Verschiedene Reiseveranstalter und Fluggesellschaften haben ihre Angebote storniert. TUI hatte gestern tagsüber die Balearen noch weiter auf dem Plan, aber am Abend dann doch bis vorerst 4. August gestrichen. Der Billigflieger Jet2 hat die Flüge auf die Balearen ab heute und bis zum 17. August storniert.

Ryanair, British Airways und easyJet  geben hingegen derzeit noch an, dass der reguläre Flugplan bestehen bleibt, inklusive der Verbindungen zwischen UK und Spanien.

Die Ansteckungsrate mit dem Corona-Virus ist im United Kingdom doppelt so hoch wie auf den Balearen. Auf den Pityusen, also Ibiza und Formentera, ist sie zurzeit nochmal niedriger als auf Mallorca. Auch Valencia und Andalusien hatten, ebenso wie die Kanaren, darum gebeten, als sicheres Ziel weiter angeflogen zu werden, ohne dass die Urlauber danach in Quarantäne müssten. Ohne Erfolg in London.

easyJet will den Spanien-Flugplan noch aufrecht erhalten, ebenso wie Ryanair und British Airways. Foto: Thomas Abholte

Welttourismus-Organisation stuft Balearen als sicher ein

Während London die Balearen als gefährlich betrachtet, lobt die Welttourismus-Organisation in Madrid (OMT) die Kanaren und Balearen als sichere Reiseziele – und dabei explizit Ibiza. Ibiza sei ein Beispiel für verantwortungsbewussten Tourismus in Zeiten von Corona, hob der Generalsekretär der OMT, Zurab Pololikashvili, hervor. Gesundheitswesen und Protokolle funktionieren, auf der Insel ließe sich der Zustrom im Hafen und Flugplatz kontrollieren.

Auf Ibiza und Formentera bezeichnen die Unternehmer die Londoner Maßnahme als unlogisch und nicht nachvollziehbar.

Die spanische Ministerin für Industrie, Handel und Tourismus, Reyes Maroto, bestätigt, dass die spanische und die britische Regierung weiter verhandeln, um die Balearen von der Reisewarnung auszunehmen.

Am Rande einer Konferenz mit der OMT und Maroto, am Montag auf Ibiza, bat der Präsident der Palladium Hotel Group, Abel Matutes Prats, um die Verlängerung der ERTE bis Dezember. Bislang gilt die staatliche Kurzarbeits-Unterstützung bis September. Die wirtschaftliche Situation wird sich in diesem Jahr jedoch voraussichtlich kaum noch verbessern, und der Staat müsse ein Minimum an Stabilität schaffen, so Matutes Prats.

Spanische Hoteliers wollen Corona-Tests finanzieren

Der wirtschaftliche Schaden für Spanien, der von der Reisewarnung der britischen Regierung ausgeht, kann immens sein. Wenn weitere Länder sich anschließen, könnten Einbußen von 90 bis 120 Milliarden Euro entstehen, prognostizieren verschiedene Quellen. Die spanische Wirtschaft lebt vom Tourismus, und die Briten stellen noch vor Deutschen und Franzosen das Hauptkontingent an Urlaubern.

Der Dachverband der Spanischen Hotels und Touristen-Unterkünfte (Cehat) ergreift deshalb die Initiative. Er bittet die EU dringend um übergreifende Sicherheitsgarantien. Dazu gehören PCR-Tests vor Reisebeginn – und vor der Rückreise.

Die spanischen Hoteliers wollen den Touristen vor dem Rückflug PCR-Tests in ihren Unterkünften finanzieren. Nur so ließe sich höchste Sicherheit vor Ansteckung für alle Reisenden gewährleisten.

Verstöße gegen Sicherheit auf Ibiza und Formentera

Das Strand-Restaurant „Cap des Falcó“, an der Kies-Küste im Naturpark der Salinen, ist am Sonntagabend von der Polizei geschlossen worden. Zuvor waren die Besitzer mehrfach gewarnt worden, weil sie gegen Sicherheitsmaßnahmen verstießen.

Als dann wieder mehr als 150 Personen angetroffen wurden, griff die Polizei durch. Das Überschreiten der zulässigen Personenzahl gilt als sehr schweres Vergehen. Hinzu kamen Verstöße gegen Maskenpflicht und Sicherheitsabstand.

Am Wochenende sind auf Ibiza 39 Lokale kontrolliert worden. Dabei gab es, abgesehen vom Cap des Falcó, keine Sanktionierungen.

Auf Formentera hat die Polizei sieben Gaststätten besucht und fünf Anzeigen erstattet. Auch in diesen Fällen waren die Nichteinhaltung des Mindestabstands oder der Maskenpflicht Hauptgründe.

In allen Lokalen gilt die Maskenpflicht. Der Mundschutz darf nur während des Verzehrs abgenommen werden – oder beim kurzen Warten zwischen zwei Gängen. Das betrifft auch Straßencafés oder Strandbars.

Keine Kontrolle oder Zugangsbeschränkung gab es am Montagabend in der Cala Benirràs. Dort trafen sich viele Menschen zum Sonnenuntergang – zu viele, um den Sicherheitsabstand einhalten zu können.

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