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Dienstag, September 22, 2020
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Beach-Clubs. National-Trauer. Arbeitsmarkt

Beach-Clubs von Ibiza werden wieder thematisiert

Beach-Clubs sind für die einen der Inbegriff des „easy life“-Gefühls, für andere ein Ärgernis. Das Thema schwelt auch bei den Verwaltungen von Ibiza seit Jahren. Denn im Insel-Reglement für Gastronomie- beziehungsweise Musik-Betriebe ist der Begriff Beach Club gar nicht vertreten. Und so gibt es einen ständigen Streit um „Restaurant“, das nur leise Musik spielen darf, oder Gewerbe mit Musik-Lizenz.

Die Kombi aus edlem Essen, coolen Drinks und Stimmungs-Musik bringt unbestritten ein besonderes Urlaubs-Flair. Wenig verwunderlich, dass zahlreiche Strand-Gastrobetriebe rund um die Insel dies bieten, die größten finden sich an den Stränden der Gemeinden Sant Antoni und Sant Josep. Nun will sich Inselrats-Präsident Vicent Marí mit allen Bürgermeistern Ibizas treffen, um sich ein Bild zu machen.

Sant Antonis Rathaus hatte die Insel-Regierung im Mai um eine Regulierung gebeten. „Ein Restaurant ist ein Restaurant und kann keine Disko sein“, sagte der stellvertretende Bürgermeister, Joan Torres. Eine Aussage, die fast wortgleich auch aus dem Rathaus von Sant Josep bekannt ist, IbizaHEUTE berichtete im Magazin darüber.

Den Stein erneut ins Rollen brachte der Beach-Club Bam.bu-ku, in der Bucht von Sant Antoni. Die Gegend ist für Familienurlaub vorgesehen, der sei gefährdet, wenn nach einer geforderten und widersprüchlich beschiedenen Erweiterung des Betriebes laute Musik über den Strand schallt.

Auch die politische Koalitionspartei Proposta per Eivissa (Vorschlag für Ibiza) hat den Inselrat schon im Januar um Regulierung gebeten, wenn die Strand-Restaurants teilweise in Diskos ausarten.

Selbst unter den Unternehmern der Vergnügungsbranche herrscht Uneinigkeit: Die Asociación de Ocio Ibiza sieht in den Clubs eine willkommene Ergänzung am Tag zum nächtlichen Urlaubs-Programm. Die Asociación Balear de Ocio Nocturno y Entretenimiento (Abone) hingegen empfindet sie als Konkurrenz und will den unlauteren Wettbewerb verbieten lassen.

Nun liegt die heiße Kartoffel beim Inselrat, in der Hoffnung auf eine einheitliche, klare Lösung.

Beach-Clubs, wie das Blue Marlin in der Cala Jondal, verbreiten das besondere „easy“-Gefühl. Foto: Rüdiger Eichhorn

Trauerfeier für Corona-Opfer in Madrid

Mit einer großen Trauerfeier hat Spanien am Donnerstag in Madrid der COVID-19-Opfer gedacht. Im Waffenhof des Königspalastes versammelten sich, unter Einhaltung des Sicherheitsabstands, die Königsfamilie, fast die gesamte Regierung, alle 17 Ministerpräsidenten der Autonomen Regionen und Vertreter der Zivilgesellschaft.

Sie boten ein seltenes Bild der Eintracht und Solidarität angesichts der tragischen Auswirkungen der Corona-Krise. König Felipe VI. lobte die spanische Bevölkerung, deren „Verantwortungsbewusstsein, moralische Kraft und Entschiedenheit angesichts der Herausforderung den Weg zeigen, die Schwierigkeiten zu meistern.“

Sein besonderer Dank galt der Aufopferung des Krankenhauspersonals, der Ärzte und all derer, die mit ihrer Arbeit ein Funktionieren des Landes trotz der Schwere der Krise möglich machten.

Den Schmerz der Hinterbliebenen könne niemand lindern, aber alle sind aufgerufen, der Opfer in Würde zu gedenken, lautete der Tenor der nichtreligiösen Feier.

Arbeitslosenzahlen auf den Pityusen

Die Corona-Krise hat ein Viertel der Arbeitsplätze auf Ibiza und Formentera vernichtet. Im ersten Halbjahr wurden 23.117 Arbeitsplätze weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum gezählt.

Mit gut 15.000 besonders betroffen, wie nicht anders zu erwarten, ist der Tourismus-Bereich mit Hotels, Gaststätten und Transportunternehmen. 94 Prozent der in diesem Sektor verlorenen Jobs waren Saison-Verträge: 14.222 gegenüber 877 Ganzjahres-Anstellungen.

Aber auch viele derer, die vermeintlich das Glück haben, einen Saisonvertrag und entsprechende Arbeit zu haben, sehen sich Problemen gegenüber: Normalerweise muss ein Saisonvertrag sechs Monate laufen, damit der Arbeitnehmer eine Winter-Überbrückung erhält. Die Saison hat für viele aber erst Ende Juni begonnen. Mit dem üblichen Ende im Oktober werden nur vier Monate erreicht. Das beschneidet ihr Recht auf Arbeitslosengeld, mit dem sie in anderen Jahren über den Winter kommen. Bislang gibt es keine Anzeichen dafür, dass diese Regel in der derzeitigen Sonder-Situation geändert wird.

Der Verband der kleinen und mittleren Unternehmen auf Formentera (Pimef) fordert deshalb bereits jetzt den Inselrat Formenteras und die Balearen-Regierung auf, Alternativen zu suchen. So könnte beispielsweise der Wohnungsbau belebt werden, wenn die Behörden die Baulizenzen schneller erteilen würden. Das würde neue Jobs schaffen. Andernfalls stünde ein harter Winter bevor.

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