Wir wollen alle gut angezogen sein. Warum also nicht auch unser Boot? Eine deutsche Firma hat die europa-, wenn nicht weltweit, ersten Folien entwickelt, die speziell Schiffen grenzenlose Farben und Designs bringen. Dabei sollen sie dauerhaft gutes Aussehen und Schutz bieten, innen wie außen.
Ibiza-Yachten
Wie ein neues Schiff: Eine der Ibiza-Yachten vor und nach der Folierung

Die Sonne über den Inseln ist Segen und Fluch zugleich. Sie ist der Grund, warum viele hier ein Schiff haben. Sie frisst aber auch erbarmungslos an Lack, Gel-Coat und Holz, macht alles porös, rissig und stumpf.

Nicht nur lang anhaltenden Schutz – und zwar außen wie innen – sondern auch fast unbegrenzte Möglichkeiten an Farben und Stylings bieten Folierungen. An Autos längst Alltag, gibt es für den maritimen Bereich europaweit, wenn nicht weltweit, nur einen Anbieter mit Folien, die von ihm selbst speziell für die Anforderungen auf dem Wasser entwickelt wurden. „In Europa sind wir sicher die Einzigen. Ob es in Asien noch jemanden gibt, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Aber viele unserer Kunden kommen auch aus Fernost“, erklärt Tim Hausding von „Bootox“.

Die Firma aus dem norddeutschen Neustadt glättet nicht nur Oberflächen und lässt sie jünger aussehen, wie der kreative Name vermuten lassen könnte. Die verschiedenen Folien gestalten Rümpfe neu, frischen Decksbereiche auf, machen aus altbackenen Unterdecks-Bereichen moderne Lofts – oder lassen Fenster von außen blickdicht werden und schützen gleichzeitig gegen UV-Strahlung.

Die Folierung von Schiffen wird durchaus schon seit einer Weile von verschiedenen Firmen auf dem Markt angeboten. Doch die, so der Bootox-Chef, geschieht mit Folien für den Kfz-Bereich. Schiffe sind aber ganz anderen Belastungen ausgesetzt: „Da spielen das Wasser und dessen Abriebskraft, Salz, die Sonne, die punktuellen Hochbelastungen – beispielsweise durch Fender – und auch die Temperaturen eine große Rolle“, so Tim Hausding. Schiffe heizen sich in der Sonne leicht bis über 80 Grad Celsius auf. Allein das lässt Standard-Folien und -Kleber in die Knie gehen.

Die von Bootox entwickelten und selbst hergestellten Folien sind mit 160 µ (Mikrometer) laut Tim Hausding fast doppelt so dick wie die dicksten gebräuchlichen Kfz-Folien. „Auch die Zusammensetzung ist anders. So sind sie wesentlich fester und werden auch unter hoher Hitze nicht weich, genau wie der Kleber. Die Oberfläche ist sehr hart, kann sogar poliert werden. Im Vergleich zu Lack und Gel-Coat weist sie außerdem eine deutlich höhere Glätte auf, also weniger Poren. Unter anderem dies bringt eine extrem hohe Witterungsbeständigkeit.“ Im Vergleich zu Gel-Coat oder Lacken soll diese doppelt so hoch sein. Hausding: „2012 haben wir in Kroatien – das liegt fast so südlich wie Ibiza und Formentera – ein Boot in den empfindlichen Farben schwarz/blau foliert. Bis heute sieht es aus wie neu.“

Weitere Vorteile, laut des Fachmanns: Selbst wenn das Gel-Coat rissig wird, ist der Rumpf durch die Folie gegen das Eindringen von Feuchtigkeit geschützt. Schäden in der Folie können recht einfach ausgebessert werden. Folierungen seien auch schneller als Lackierungen – rund doppelt so schnell – sowie meist günstiger. Und die Designs sind deutlich vielfältiger.

Bootox
Die Folierungen lassen unkompliziert eine große Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten zu

Ab 75 Quadratmetern, das entspricht dem Rumpfbereich einer Boots-Größe von rund 15 Metern, können die Folien in jeder Wunschfarbe individuell angefertigt werden, inklusive Metallic-Tönen. Aber schon die Standard-Farbpalette ist riesig. Und wer möchte, kann die Folien in jedem Wunsch-Design mit UV-beständigem Lack bedrucken lassen. „Wobei die bedruckte Folie, trotz des Speziallacks, natürlich deutlich weniger beständig ist als die durchgefärbte“, erklärt der Fachmann. Maximal fünf Jahre hält sie ohne deutliche Farbveränderungen. „Sie ist eher ein Gag zum Auffallen oder für Werbezwecke.“

Die durchgefärbte Folie liegt, inklusive des Aufbringens, bei 150 Euro pro Quadratmeter im Rumpfbereich und bis zu 280 auf den durch Fugen und Formen komplizierteren Decksbereich. Bedruckte Folie kostet pro Quadratmeter 300 Euro. Dazu kommen jeweils die Vorarbeiten am Rumpf, wie das Ausbessern eventueller Schäden – die aber auch bei Lackierungen anfallen würden.

Sehr beeindruckend sind auch die Möglichkeiten unter Deck: Oft ist es nicht das Form-Design, sondern es sind die abgenutzten oder farblich alt wirkenden Oberflächen, die die Innen-Bereiche „out of date“ wirken lassen. Spezialfolien schaffen eine völlige Verwandlung – bis hin zur Anmutung edler Hölzer, inklusive Maserung.

Schlafbereich
Die alte Kabine verwandelte sich durch Folierungen in einen modernen Schlafbereich

Komplett wird das Schutz-Angebot durch die transparenten Filme: Frisch lackierte Flächen oder Holzrümpfe können zum Beispiel mit einer „selbstheilenden“ Transparentfolie geschützt werden. Ein besonderes „top-coat“ füllt sich bei kleinen Kratzern selbst auf. Die Folien sind garantiert mindestens zehn Jahre lang gegen Verfärbungen sicher und liegen bei knapp 300 Euro/m2. Fenster sind ein weiteres Thema. Auch sie können unter der Sonne leiden und sogar erblinden oder rissig werden. Folien in verschiedenen Tönungs-Stufen schützen die Scheiben, filtern UV-Licht und verhindern neugierige Blicke von außen, je nach gewünschtem Schutz-Grad – für rund 140 Euro/m2.

„Ganz wichtig für eine lange Haltbarkeit ist aber“, ergänzt Tim Hausding, „dass die Oberflächen entsprechend gepflegt werden. Denn alle Oberflächen – ob Metall, Lack oder Folie – leiden unter scharfen Putzmitteln oder Scheuerschwämmen, die leider oft zum schnellen Reinigen der Schiffe genutzt werden. Da kommen auch Spezialfolien an ihre Grenzen…“

Bootox hat 2018 und 2019 bereits zwei Sportyachten auf Ibiza komplett foliert. „Das Gute ist, dass wir mit den Materialien überall anreisen können und das Auftragen vor Ort im Vergleich zu den Anforderungen einer Lackierung wesentlich weniger Aufwand verlangt.“

Bootox GmbH
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