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Sonntag, Oktober 25, 2020
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Grund-Zweifel. Kinder-Masken. Feld-frisch. Ibiza transparent

Britische Gründe in Frage gestellt

Die englische Boulevard-Zeitung „The Sun“ berichtet, London würde in einer Woche die Balearen ausnehmen von der Quarantänepflicht für Rückkehrer aus Spanien. Allerdings gibt es dafür keinerlei öffentliche Bestätigung seitens der britischen Regierung.

Buchungs-Stornierungen häufen sich. Ibiza und Formentera haben 2019 über drei Millionen Besucher empfangen. Eine halbe Million waren Spanier. Von den 2,5 Millionen ausländischen Urlaubern kamen 833.000 aus dem United Kingdom. Damit stellen sie die mit Abstand stärkste Touristen-Gruppe – und liegen sogar noch deutlich vor den spanischen Landsleuten. Es folgt Italien mit 400.000 Reisenden. Hält die Quarantänepflicht an, befürchten die Hoteliers auf den Pityusen das Ende der eh schon schwierigen Saison.

Die Regierungen beider Länder verhandeln, aber die Stimmen mehren sich, dass hinter der harten Linie des britischen Premier Boris Johnson anderes steckt als die Sorge vor Corona-Ansteckungen.

Der Direktor des Ibiza Rocks Hotels, Andy Mckay, will aus Regierungskreisen erfahren haben, dass die Brexit-Verhandlungen der eigentliche Grund seien. Die britische Position würde gestärkt, wenn Spanien spürt, wie sehr es die Briten braucht und Großbritannien bei der EU unterstützt. Fischfangquoten und Gibraltar sind zwei wichtige Verhandlungspunkte. Das spanische Außenministerium sagt dazu nichts.

Auch gibt es Stimmen, die sagen, Johnson will seine Bürger in der Ferien-Zeit im eigenen Land halten, damit sie ihr Urlaubs-Geld dort ausgeben.

Tatsächlich ist, wie schon mehrfach gemeldet, die Ansteckungsrate in UK fast doppelt so hoch als auf den Balearen. Auch wenn ein Anlass für die Reisewarnung der britischen Regierung die Rückkehr von zehn Briten aus Spanien mit Corona war. Ibiza ist als sicheres Reiseziel sogar von der Welttourismus-Organisation hervorgehoben worden.

Die spanische Regierung bietet den Balearen Hilfe aus dem Topf der EU-Hilfsfonds an. Ein Teil der 140 Milliarden Euro, die Spanien erhält, soll der Widerbelebung des Tourismus auf den Balearen zugutekommen.

Reyes Maroto, spanische Ministerin für Industrie, Handel und Tourismus, nannte am Montag bei ihrem Besuch auf Ibiza keine konkrete Summe, sagte aber, das Geld würde 2021 – vor der neuen Saison – zur Verfügung stehen.

Die Balearen hoffen auf Einsicht aus London… Foto: Thomas Abholte

Gratis-Kindermasken auf Ibiza

Das Rathaus von Sant Josep verteilt gratis 3000 Masken in bunten Farben und mit lustigen Motiven an die Kinder der Gemeinde. Das soll ihnen das Tragen des Mund- und Nasenschutzes leichter machen.

Gleichzeitig fordert der Bürgermeister die kleinen Mitbürger auf, darauf zu achten, dass alle Familienmitglieder sich vor Ansteckung mit dem Corona-Virus schützen. „Die Gefahr ist nicht vorbei“. Eine geschickte Maßnahme: Kinder, wenn sie motiviert sind, können großen Einfluss auf Erwachsene haben. Sie haben weniger Hemmungen, Dinge klar an- und auszusprechen.

Die Maskenpflicht gilt für Kinder ab sechs Jahren.

Ibiza-Produkte direkt vom Frische-Markt

Frischer geht es wohl nur, wenn Sie einen eigenen Garten oder Hof haben: Die Landwirtschafts-Kooperative von Sant Antoni hält freitags von 9 bis 14 Uhr einen neuen Markt lokaler Produkte ab. Die Bauern können dort ihr saisonales Obst und Gemüse anbieten – mit hervorragender CO2-Bilanz. Auch andere Produkte, die auf Ibiza hergestellt oder verarbeitet wurden, sind zugelassen.

Die Idee besteht schon lange, aber jetzt sei der Moment gekommen, hieß es bei der Vorstellung der Initiative. Wegen der Corona-Krise ist Nachfrage der Restaurants, Hotels und Geschäfte geringer als sonst. Die Überschüsse kommen nun über den Markt direkt zum Verbraucher.

Eröffnung ist am 31. Juli ab 9 Uhr. Gleich neben der Kooperative. Sie finden den Markt an der Straße Sant Antoni-Santa Agnès, dem Cami de sa Vorera – auch PM-812 benannt. Das ist die Straße, die an der Haupt-Verbindung Eivissa-Sant Antoni, kurz vor Sant Antoni beim Lidl, rechts abgeht. Dort am nächsten Kreisverkehr rechts einbiegen, dann gleich wieder rechts.

Momentan sind Kooperative und Markt nur im Auto erreichbar. Das Rathaus von Sant Antoni will aber einen sicheren Fußweg schaffen.

Inselrat Ibiza vorbildlich transparent

Immer wieder ist Korruption ein Thema. Auch in Spanien. In den vergangenen Jahren hat sich vieles gebessert, die sogenannte Transparenz – also Information nach außen sowie Überprüfbarkeit durch die Kunden und Bevölkerung – wird in vielen Behörden und Betrieben immer wichtiger.

Ibizas Inselrat (Consell) ist in dem Bereich vorbildlich. Spanienweit steht er an sechster Stelle aller Insel- und Provinzverwaltungen. Nur Guipúzcoa, Ourense, Granada, Málaga und Barcelona informieren ihre Bürger besser als Ibiza.

Vor allem wirtschaftlich-finanzielle Themen erfüllen zu über 87 Prozent die Vorgaben, auch die Informationen über Dienstleistungen und Hilfen für die Gemeinden erreichen fast 85 Prozent. Der Zugang zur Information ist mit knapp 64 Prozent allerdings noch verbesserungsfähig.

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