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Donnerstag, August 13, 2020
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Ibiza-Feuerwerk. Flug-Netz. Corona-Quote. Solar-Strom

Ibizas Feste ohne Feuerwerk

Das große Feuerwerk am 8. August markiert jährlich den Höhepunkt der Insel-Feste. Mit dem Spektakel wird die Befreiung Ibizas gefeiert. Tausende versammeln sich um den Hafen der Inselhauptstadt und bewundern die kunstvollen Bilder aus Feuer und Farben über der Festung.

Doch in diesem Jahr werden die großen Feuerwerke, die den Nachthimmel über Eivissas Altstadt oder anderen Ortschaften der Insel zu Ehren ihrer Schutzheiligen in Spektakel verwandeln, nicht stattfinden.

Patronatsfeste und Feiertage müssen ohne Raketen auskommen, hat Ibizas Inselrat gemeinsam mit den fünf Inselgemeinden beschlossen. Zu groß wäre die Gefahr, dass sich zu viele Schaulustige auf engem Raum versammeln. Die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen könne nicht garantiert werden – und der Schutz vor einer neuen Corona-Verbreitung müsse auch hier an erster Stelle stehen.

Dieses Jahr wird das große Feuerwerk am 8. August wohl nicht stattfinden. Foto: Rüdiger Eichhorn

Flugzahlen: Rund 50 Prozent des normalen Deutschland-Verkehrs

Die Tourismusbehörde Turespaña legte für ganz Spanien Prognosen der Flugverbindungs-Entwicklung vor: Gegenüber 2019 reduzieren die Gesellschaften ihre Flüge zwischen 20 und 60 Prozent.

Für Verbindungen aus Deutschland werden im Juli und August um die 50 Prozent der Dichte aus 2019 vorausgesagt. Das liegt auch am Fehlen der Nachfrage in der Ferien-Zeit, und die lässt sich offensichtlich auch mit kräftigen Rabatten nicht steigern.

Viele Deutsche buchen nach wie vor ihren Urlaub gerne mit persönlicher Betreuung in Reisebüros, von denen zahlreiche geschlossen sind. Bevorzugt bei den Deutschen sind, so Turespaña, Pakete der großen Reiseveranstalter, weil dort die Rückführung im Krankheitsfall inklusive ist.

Viel Solar-Strom auf Formentera

Formentera hat im Juni fast elf Prozent seines Strombedarfs mit Solarenergie gedeckt. Das ist ein Rekord. Ein Grund ist das Ausbleiben der Urlauber während des Ausnahmezustands bis zum 21. Juni. Die Touristen verdoppeln normalerweise die Zahl der Inselbewohner und damit die Stromnachfrage in den Sommermonaten.

Der Verbrauch lag im Juni bei 3923 MWh, 422 MWh stammten aus Sonnenenergie, der restliche Bedarf wurde über die Untersee-Stromleitung zwischen Ibiza und Formentera geliefert.

Balearen mit guter Corona-Quote, Ibizas West End bleibt geöffnet

Die Balearen-Regierung hat entschieden, einschlägige Vergnügungsviertel zu schließen, wenn die Corona-Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten werden. Am gestrigen Mittwoch wurde das Dekret im Amtsblatt veröffentlicht – und unmittelbar danach gültig. Bereits durchgeführt wird die Maßnahme auf Mallorca: in der sogenannten Schinken- und der Bierstraße in der Platja de Palma – fest in deutscher Hand – sowie im bei Engländern angesagten Party-Areal Punta Ballena in Magaluf müssen nach exzessiven Nächten ohne Regel-Befolgung alle Bars, Restaurants, Läden und Vergnügungslokale für vorerst zwei Monate schließen. Der Zeitraum kann flexibel verlängert, aber auch verkürzt werden.

Diese beiden Zonen wurden schon im Vorfeld mit besonderen Beschränkungen belegt. Ebenso wie das „West End“ von Sant Antoni auf Ibiza. Die Gemeinde im Insel-Westen wehrte sich damals dagegen, mit den Party-Zentren Mallorcas in einen Topf geworfen zu werden (IbizaHEUTE berichtete online). Nun gibt es eine leichte Entwarnung, denn Sant Antoni wird nicht in eine Pauschal-Bestrafung dieser „Sonderbezirke“ einbezogen.

Der Bürgermeister von Sant Antoni, Marcos Serra, ist erleichtert, dass die Lokale im vor allem bei den Engländern beliebten West End nicht geschlossen werden. Das Rathaus Sant Antonis arbeitet seit langem daran, die Gegend aufzuwerten und für den normalen Tourismus attraktiv zu gestalten. Der schlechte Ruf wird nun etwas weiter entlastet. Und durch die Corona-Krise bleiben ohnehin viele Vergnügungs-Geschäfte geschlossen und kämen weniger Touristen, so Serra. Das hilft dem Wandel.

Um engen Kontakt zu vermeiden, sind in Party-Gegenden auf allen vier Inseln auch Stehtische verboten – ebenso wie lange Strohhalme, die das gemeinschaftliche Trinken aus großen Behältnissen fördern, wie etwa Eimern.

Das Tourismusministerium der Balearen startet eine Kampagne, die sich direkt an deutsche und britische Reiseveranstalter wendet. Sie klärt über die Hygienemaßnahmen auf den Balearen auf, um Ansteckungen mit Corona zu vermeiden, und darüber, dass die Inseln auf Sauf-Touristen verzichten möchten.

Aber nicht nur Spanien reagiert: Deutschlands Außenminister Heiko Maas schimpfte nach den Bildern vom Ballermann: „So ein Verhalten ist nicht nur gefährlich, sondern auch rücksichtslos gegenüber allen, die in Sicherheit ihren Urlaub verbringen möchten“. Und die keinen Urlaub machen, sondern ihr Brot in den Gaststätten verdienen, möchten wir hinzufügen.

Man mag über die strengen und konsequenten Maßnahmen denken, wie man möchte: Die Balearen sind eines der sichersten Reiseziele des Mittelmeerraums. In den vergangenen 14 Tagen verzeichneten die Inseln eine Corona-Quote von 4,7 pro 100.000 Einwohner. In Spanien lag sie bei 14,8, in Deutschland bei 6,8, beteuerte der Minister für Tourismus in Palma.

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