Ibizas Salinen ohne weißen Salzberg
Riesiger Berg in den Salinen mit Ibizas feinem weißen Salz. Foto: Rüdiger Eichhorn
Ein seltenes Bild für April bietet der geschwundene weiße Salzberg in den Salinen. Die hell funkelnden Kristalle sind bis auf einen kleinen Rest, der aber auch schon verkauft ist, abgebaut. Erstmals hat Ibiza keine Reserven. Wenn die diesjährige Produktion durch Starkregen verwässert, gibt es Probleme.
Ibizas Salinen haben Murcia und Vigo aushelfen müssen, wo die Ernte nicht erfolgreich war. Ibiza hatte mit 54.000 Tonnen 2022 nicht weniger Salz geerntet als in anderen Jahren, aber es hat eben 10.500 Tonnen nach San Pedro de Pinatar schicken müssen und 5000 Tonnen in ein Lager im galicischen Vigo. Diese Salinen gehören alle zur Gesellschaft Salinera Española und helfen sich gegenseitig aus. 18.000 Tonnen gingen auf Schiffen auf die Färöer Inseln für Stockfisch. Dieser Hauptkunde hat in diesem Jahr eine Schiffsladung mehr gekauft, da der Fischfang ertragreicher war.
20.000 Tonnen ungereinigtes Salz für Straßen lagern noch auf Ibiza. Sie werden bis September beispielsweise nach Schottland transportiert. Aber sauberes weißes Speisesalz ist keins mehr da. Erst in fünf Monaten beginnt die neue Ernte.
Dabei könnte Ibiza viel mehr Salz gewinnen. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts wurden bis zu 90.000 Tonnen geerntet. Die heutigen rund 50.000 seien „akzeptabel“, sagte Salinera-Chef José María Fernández vor zwei Jahren. Darunter werde es schwierig. Schuld habe das Umwelt-Ministerium der Balearen, das seit Jahrzehnten einen Plan zur Instandsetzung weiterer Becken aufschiebe. Das Industrie-Ministerium in Palma hat die Aktivitäten des Konzessionärs zur Salzgewinnung gutgeheißen. Aber das Umwelt-Ministerium blockiere mit Vorgaben zum Schutz der Natur.