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Samstag, Oktober 31, 2020
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Johannisbrot. Zu teurer Wohnraum. Besetzte Immobilien.

Johannisbrot ist vielseitig verwertbar und erzielt dieses Jahr hohe Preise. Foto: esta_ahi

Gute Johannisbrot-Ernte auf Ibiza

Rekorde bei der Ernte von Johannisbrot (Algarrobas) auf Ibiza erfreuen die Landwirte. 550 Tonnen seien bis Mitte Oktober zusammengekommen, heißt es in der Genossenschaft Sant Antoni. Das sind 250 Tonnenmehr als 2019. Und noch ist die Ernte nicht beendet.

Diese Steigerung von 83 Prozent erklärt sich aus mehreren Umständen. Zum einen ist der Johannisbrot-Preis gestiegen und das Ernten damit lohnenswerter. In Zahlen: Es werden 114 Prozent mehr als vor drei Jahren gezahlt, und immerhin 25 Prozent mehr als 2019.

Dazu kommt: Johannisbrot findet viele Abnehmer. Denn immer mehr Produkte, darunter auch Speiseeis, verwenden Garrofin oder Carob-Mehl als natürlichen Stabilisator E-410. Garrofin wird aus den Samen der Johannisbrot-Schote (Semillas de algarrobo) gewonnen. Übrigens, es gibt Qualitäts-Unterschiede zwischen den Pityusen und Mallorca. Die führen dazu, dass die Algarrobas auf Mallorca noch besser bezahlt werden als die auf Ibiza.

Aber auch die Ernte hier hat sich gelohnt. Und viele Menschen, die wegen der Corona-Krise nicht arbeiten können, verdienen sich ein Zubrot als Erntehelfer, so dass keine Schote liegen bleibt.

Aber Diebe haben sich an der gemachten Arbeit bereichert und die gefüllten Säcke über Nacht von den Äckern gestohlen, was leider immer wieder passiert. Um ihnen das Geschäft zu verderben, müssen bei der Übergabe des Johannisbrots an die Sammelstellen der Genossenschaften in diesem Jahr Formulare ausgefüllt werden. Die dienen als Nachweis für die rechtmäßige Ernte  – und das wird von der Guardia Civil kontrolliert.

Der dritte Faktor für die gute Ernte ist die Jahreszahl. Die Johannisbrotbäume auf Ibiza tragen in geraden Jahren mehr als in ungeraden. Diese Abwechslung von ertragreichen und ertragarmen Jahren macht sich auch bei den Olivenbäumen bemerkbar, aber umgekehrt. Die Oliven haben in diesem Jahr weniger getragen als im vergangenen Jahr. (IbizaHEUTE berichtete am 1. Oktober).

Bau-Unternehmer fordern: Ibiza braucht bezahlbare Wohnungen statt Luxusbauten

IbizaHEUTE berichtete mehrfach über die weiter steigenden Immobilienpreise auf den Balearen. Die Region gehört zu den teuersten Spaniens, was besonders für Ibiza und Formentera zutrifft. Das mag für die Immobilien-Branche vielleicht positiv sein, doch für die normal verdienende Bevölkerung heißt es: fast unerschwinglicher Wohnraum!

Tatsächlich liegen die Bau-Kosten für Häuser derzeit im Schnitt bei 300.000 Euro, hinzu kommen Steuern, Grundstückskosten, Genehmigungen und mehr. Das sagt die Generaldirektorin des Verbandes der Bauunternehmer auf Ibiza, Sandra Verger, und warnt: Das sind Luxus-Immobilien, aber keine Wohnungen für die Bevölkerung.

Zwar leidet der Bausektor weniger unter der Corona-Krise als der Rest der Wirtschaft, aber auch er könnte bei entsprechender Förderung sehr viel mehr leisten. Generaldirektorin Sandra Verger schlägt ein Wohnungsbau-Programm vor, um dem Mangel an erschwinglichem Wohnraum auf Ibiza abzuhelfen.

Das muss nicht unbedingt neues Bauland erfordern, viel kann über Umbauten und Modernisierungen erreicht werden. Und sie bittet die Behörden, die Lizenzen für Sanierungen und Neubauten zu beschleunigen. Das Gesetz sieht für die Bearbeitung dieser Bauanträge drei Monate vor, tatsächlich vergehen auf Ibiza oft 18 Monate, bis die Genehmigungen vorliegen…

Immobilien-Besetzer (Okupas) sollen schneller „rausfliegen“

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Flugplätze der Balearen nicht ausgelastet

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