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Samstag, September 19, 2020
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Körperkultur ohne Frei – Nackt-Popo-Verbot…

Die Insel der Freiheit und Freizügigkeit ist gar nicht so offen, wie man meinen mag. Zumindest was den Dresscode an den Stränden angeht. Denn obwohl vielerorts das Adam- und Eva-Kostüm getragen wird, spricht die Rechtslage eine ganz andere Sprache. Wir stockten bei einer Strandreportage in der Cala Xarraca an einem Schild, das Badekleidung vorschreibt. Selbst wir alten Insel-Hasen waren überrascht über solche Gebots-Schilder und fragten bei den Gemeinden nach. Mit überraschendem Ergebnis.

Es Cavallet ist der einzig offizielle Nacktbadestrand der Insel

Sich in der Sonne aalen, wie einen Gott erschaffen hat, keine nassen Badekleider zum Trocknen aufhängen und die nackte Freiheit am Strand genießen. Der Traum der Freikörperkultur-Anhänger von einem relaxten Tag am Meer. Und an unseren Inselstränden auch durchaus kein unübliches Bild. Kaum einer stört sich daran. Aber:

Auf Ibiza ist dieser Traum schnell ausgeträumt, wenn es nach den Geboten der Gemeinden geht. Bademodenhersteller brauchen Umsatzrückgänge auf der Insel kaum zu befürchten. Denn es gibt weit und breit tatsächlich nur einen einzigen offiziellen Nacktbadestrand: Es Cavallet, im Gemeindegebiet von Sant Josep.

Auf Anfrage von IbizaHEUTE bei allen fünf Inselrathäusern, ob, und wenn ja, wo man im Gemeindegebiet Nacktbaden darf, kamen die Antworten ungewöhnlich schnell: Vier Mal Nein, einmal Jain. Nur Es Cavallet hat grünes Licht für Nackedeis. Wer sich an anderen Stränden textilfrei in die Wellen stürzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und kann bestraft werden. Zumindest theoretisch. Aber natürlich weiß auch die Lokalpolizei, dass man einem Nackten nicht in die Tasche greifen kann und drückt normalerweise beide Augen zu. Und: Wo kein Kläger, da kein Richter. Viele, die sich nackt sonnen möchten, suchen sich eh eher Randbereiche oder abgelegene Stellen.

Obwohl erlaubt, stehen einige Nudisten aber auch in Es Cavallet in der Kritik. Nicht wegen ihrer Philosophie, sondern wegen zu weit gehender Freizügigkeit. Während das FKK-Publikum im Mittelteil des Strandes gemischt ist, beginnt im Süden der Gay-Bereich. Und nicht alle beschränken sich dort auf das Badevergnügen. Sie erkunden auch die dahinterliegende Dünenlandschaft. Vorzugsweise in Gesellschaft – und nicht jugendfrei. Sex unter freiem Himmel ist hier beliebt. Dies geht Umweltschützern zu weit. Nicht, dass sie besonders prüde wären. Aber sie sehen durch das emsige Hin und Her in den Dünen diese empfindliche und unter Naturschutz stehende Landschaft stark gefährdet.

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