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Donnerstag, August 13, 2020
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Flughafen leer. Strand & Fähren sauber. UK-Lösung? Zahlen

Momentaufnahmen am Flughafen von Ibiza

Mittwoch, 29. Juli 2020, 10.40 Uhr, Hauptsaison. Flughafen Ibiza, Abflugbereich.

Wir von IbizaHEUTE sind keine Freunde von effekthaschenden Aufnahmen. Aber auf der einen Seite berichten wir immer wieder von vollen Stränden, deren Zufahrten von der Polizei wegen Überfüllung geschlossen werden. Auf den Straßen staut sich der Verkehr, in den Ortschaften und Städten tummelt sich das leben. So, als sei alles ganz normal.

Aber, liebe Leser, diese Aufnahmen machte IbizaHEUTE-Mitglied Oliver Abholte gestern Vormittag im Abflugbereich des Flughafens von Ibiza. Zu der Zeit, in der es vor Urlaubern und Ferien-Gästen normalerweise wimmelt. Auch das ist Realität – und hilft vielleicht dabei, zu verstehen, dass viele Geschäfte und Hotels an der Grenze der Existenz wirtschaften – oder es gleich ganz lassen.

Ibizas Flughafen am 29. Juli. Fotos: Oliver Abholte

Ibiza-Strand ohne Qualm und Kippen

Am Mittwoch hat das Rathaus von Sant Josep in der Cala D’Hort die ersten Plakate enthüllt: In dieser Bucht darf nicht mehr geraucht werden, jedenfalls nicht am Strand.

Die Kampagne hätte längst starten sollen (IbizaHEUTE berichtete online). Nun werden die Badegäste gebeten, nicht zu rauchen, Strafen werden bei Zuwiderhandlung jedoch bislang nicht verteilt.

Ein großer Teil des Mülls am Strand, der kaum mit den normalen Reinigungs-Maschinen zu entfernen ist, bestünde aus Kippen. Das soll sich ändern. Und wer unbedingt eine Zigarette rauchen muss, soll wenigstens den Stummel einstecken und richtig entsorgen, so Josep Guasch, Stadtrat für Küsten und bekennender Raucher.

Nach dem Stadtstrand von Santa Eulària, der sich als erster der Balearen als „rauchfrei“ deklarierte, und einem Teil der Talamanca-Bucht, ist die Cala D’Hort der dritte rauchfreie Strand von Ibiza.

Geplant ist ein weiteres Rauchverbot an einem der Strände im Naturpark Ses Salines.

Die Cala d’Hort soll jetzt Strand-Vergnügen ohne Kippen bieten. Foto: Rüdiger Eichhorn

Baleària fährt mit Recycling-Möbeln

85.000 Plastikflaschen sind zu Mobiliar auf den Fähren der Schifffahrts-Gesellschaft Baleària umgeformt worden. Beteiligt an diesem Recycling sind die Firmen Ecoembes, Reciclamás und CmPlastik.

Die Fähren „Bahama Mama“, die Dénia, Ibiza und Palma verbindet, und die „Abel Matutes“ zwischen Palma, Alcúdia und Ciutadella sind als erste mit dem recycelten Möbeln ausgestattet worden. Da sie in erster Linie aus besonders durablen Alt-Flaschen sind, dürften sie sogar länger halten als das herkömmliche Mobiliar.

Baleària hat bereits das Einweg-Geschirr aus Plastik durch recycelte Zellulose oder Stärkemehl-Erzeugnisse ersetzt. Auf der Fähre zwischen Ibiza und Formentera werden statt Wasserflaschen aus Plastik nun Bricks aus Pappe verkauft.

Außerdem würden fünf der Fähren mit Gas betrieben, was den CO2-Ausstoß verringert, meldet die Reederei.

Baleària möbliert die Fähren jetzt mit recycelten Plastikflaschen. Foto: Baleària

Briten kritisieren eigene Regierungs-Entscheidung – Lösungs-Suche

50 Unternehmer aus dem eigenen Land haben den britischen Premier Boris Johnson aufgefordert, die Reisewarnung gegen die Balearen zurückzunehmen.

Die Führungskräfte von Airlines UK, British Airways, Heathrow Airport und anderen Firmen warnen vor den dramatischen Folgen für die britische Wirtschaft und für die Urlauber. Über eine halbe Million Briten befänden sich derzeit in Spanien in den Ferien.

Die ad-hoc-Einführung der Quarantäne am Samstag und der Ausschluss von Luftkorridoren etwa auf die Balearen, die weniger Corona-Ansteckungen als UK aufweisen, schaden dem Sektor immens.

Die Unternehmer schlagen Alternativen vor. Statt einer 14-tägigen Quarantäne für Briten, die aus Spanien heimfliegen, beispielsweise einen doppelten Test. Einen Test bei der Rückkehr auf dem Flugplatz und einen fünf bis acht Isolations-Tage später. Das würde die Quarantäne zumindest deutlich verkürzen.

Die Infrastruktur auf den Flugplätzen wäre in zwei Wochen bereit, die Kosten von geschätzten 165 Euro müssten jedoch die Passagiere tragen.

Spanische Hoteliers haben sogar schon erwogen, den Urlaubern PCR-Tests vor dem Heimflug zu finanzieren (IbizaHEUTE berichtete online).

Wie bei vielen Vorschlägen zum Corona-Thema gibt es Pros und Contras. Die BBC will wissen, dass London den doppelten Test erwägt. Der britische Staatssekretär für Kultur und Sport, Oliver Dowden, hingegen behauptet, es gäbe keine Alternative zu den 14 Tagen Isolierung.

Spätestens am 7. August wollen Spanien und Großbritannien sich mit Reiseveranstaltern treffen, berichtet der Präsident des Dachverbandes zur Tourismus-Förderung auf Ibiza, Alejandro Sancho, derweil.

Er betont, es lägen mehr Stornierungen als Reservierungen vor, aber noch kämen britische Urlauber. Fluggesellschaften wie British Airways, Ryanair und easyJet fliegen Ibiza weiterhin an, und die Maschinen seien voll.

TUI: Derzeit Griechenland statt Ibiza

Dagegen hat nach aktuellem Stand hat der Reiseveranstalter TUI den Stopp der Charterflüge auf die Balearen bis mindestens 4. August verlängert und fliegt gebuchte Touristen stattdessen nach Griechenland und in die Türkei. Ursprünglich war die Pause nur bis Ende Juli angesetzt.

Jet2 fliegt das letzte Mal am 3. August von Ibiza ab – und bis zum 10. August dann nicht mehr auf die Balearen.

Corona Zahlen

Ein Patient, der zum Wartungspersonal des Hotels auf Formentera gehörte und im Krankenhaus Can Misses auf Ibiza behandelt werden musste, ist als genesen entlassen worden.

Da seit gestern Mittag keine neuen Ansteckungen auf Ibiza und Formentera bekannt geworden sind, beläuft sich die Zahl der aktiv Erkrankten auf den Pityusen heute auf 17.

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