19.6 C
Ibiza-Stadt
Sonntag, Oktober 25, 2020
Home Tägliche Nachrichten Neue Masken-Regeln im Detail. Charter. Liegen. Zahlen

Neue Masken-Regeln im Detail. Charter. Liegen. Zahlen

Die Details: Neue Maskenpflicht ab heute auf Ibiza und Formentera

Jetzt ist es offiziell: Die Regierung der Balearen hat die neue Maskenpflicht ab heute (Montag) beschlossen. Sie gilt ab sofort auf allen Balearen-Inseln. Allerdings wird sie nicht ganz so streng, wie erste Pläne befürchten ließen.

Katalonien hatte mit einer eigenen Regelung den Anfang gemacht, nun folgen die Balearen mit ihrer Version und sieben weitere Regionen. Andere überlegen noch, ob sie sich anzuschließen. Grundsätzlich wird erwogen, ob eine solche Maßnahme angesichts der Reisefreiheit nicht von der spanischen Regierung für das ganze Land ausgehen sollte, statt dass jede Region einzeln entscheidet.

Für uns ist nun aber wichtig, was für Ibiza, Formentera, Mallorca und Menorca gilt. Die genaue Vorschrift wurde in ihren Details im Amtsblatt der Balearen (Boletín Oficial de las Islas Baleares / BOIB) veröffentlicht, damit hat sie Gültigkeit.

Eine Übersicht über die wichtigsten Regeln:

Gesundheitsministerin Patricia Gómez fasst das Dekret in einem Satz so zusammen: Masken müssen zu jeder Zeit sowohl im öffentlichen Raum – im Freien und auch in öffentlich genutzten geschlossenen Räumen – getragen werden, sobald die Gefahr bestehe, auf andere Personen zu stoßen, mit denen man nicht zusammen wohnt.

Konkret:

Im öffentlichen Raum muss nun fast grundsätzlich eine Maske getragen werden. Also beim Einkaufen, Stadtbummel, Spazierengehen in Ortschaften und auf dem Weg zum Strand.

Außerhalb der Ortschaften, in der Natur – immer, wenn der Sicherheitsabstand gewahrt wird – muss keine Maske getragen werden. Das gilt auch für Strände und auf Strandpromenaden sowie für Schwimmbäder.

Wer Sport treibt, braucht ebenfalls währenddessen keinen Mund-Nase-Schutz, muss aber 1,5 Meter Sicherheitsabstand einhalten.

Musiker, die Blasinstrumente spielen, sind auch befreit. Ebenso Jugendliche unter 16 Jahren, die in ihren gewohnten Gruppe Sport- oder Freizeitaktivitäten nachgehen.

In Restaurants, Bars und anderen gastronomischen Betrieben gilt Maskenpflicht, wenn nicht gerade Speisen oder Getränke konsumiert werden. Dabei appelliert Gesundheitsministerin Gómez an den gesunden Menschenverstand: Es sei eine Sache, zwischen zwei Gängen zu warten. Und eine andere, an der Bar ein Getränk zu bestellen und sich stundenlang daran festzuhalten. In dem letzteren Fall sollte die Maske aufgesetzt werden. Die Verwendung von Nikotin freisetzenden Geräten und pflanzlichen Räucherprodukten wie Pfeifen, Wasserpfeifen oder dergleichen ist in allen Unterhaltungs- und Speiselokalen sowie in allen anderen öffentlich zugänglichen Einrichtungen verboten.

Auch im privaten Umfeld wird empfohlen, Masken zu tragen, wenn die Personen nicht im selben Haushalt leben. Dies gilt auch, wenn der 1,5-Meter Sicherheitsabstand eingehalten werden kann. Im Freien dürfen sich maximal 70, in Innenräumen maximal 30 Personen treffen.

Generell befreit von der Maskenpflicht sind Kinder unter sechs Jahren. Außerdem Menschen mit einer nachweislichen gesundheitlichen Begründung, die das Tragen einer Maske nicht erlaubt. Diese muss ärztlich bestätigt sein und gegebenenfalls ins Spanische übersetzt werden. Gründe können sein: Atemnot oder eine Erkrankung des Atemsystems. Aber auch körperliche oder geistige Einschränkungen, die ein selbstständiges Aufsetzen oder Abnehmen der Maske verhindern.

Die Masken müssen beim Tragen vom Nasenbein bis unters Kinn reichen.

Es dürfen keine Masken mit Ausatmungs-Ventil benutzt werden, es sei denn, sie sind ärztlich verordnet oder werden innerhalb einer professionellen Tätigkeit genutzt, die diese Art von Maske erfordert.

Im privaten Auto gilt die Maskenpflicht, wenn Personen mitfahren, die nicht im selben Haushalt leben. In öffentlichen Transportmitteln sind Masken obligatorisch.

Beim Besuch von Konzerten, Theaterstücken oder anderen Veranstaltungen in geschlossenen Sälen oder unterm freien Himmel müssen Mund- und Nasenschutz die ganze Zeit getragen werden.

Am Arbeitsplatz gilt die Maskenpflicht, sofern 1,5 Meter Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden können.

Auch in den Schulen sind die Kinder verpflichtet, den Mund- und Nasenschutz zu tragen. Die Anwendung hängt jedoch von einer Entscheidung ab, an der die regionalen Ministerien für Erziehung, Universitäten, Forschung, Konsum und Gesundheit beteiligt sind.

Zahlreiche Eltern haben bereits protestiert. Sie fürchten die Masken hemmen die Kinder in ihrer Entwicklung und verhindern richtiges Durchatmen. Am Sonntag versammelten sich an der Platja d‘en Bossa rund 100 weiß gekleidete Demonstranten und forderten maskenfreie Schulen und ein maskenfreies Ibiza und Formentera.

Auch die in der Handelskammer von Ibiza und Formentera zusammengeschlossenen Geschäftsleute und Tourismus-Betriebe haben sich gegen die generelle Sicherheitsmaßnahme ausgesprochen.

Die Regierung setzt dem entgegen, dass die Pflicht nötig ist, um eine Ausbreitung des Virus bestmöglich einzuschränken. In jüngster Vergangenheit wurden Schutzvorgaben mehr und mehr ignoriert. Sowohl vor Ort als auch auf den Reisen. IbizaHEUTE liegen diverse entsprechende Berichte von Flug- und Fähr-Passagieren vor, ebenso wie Erfahrungs-Schilderungen von Menschen auf den Inseln.

Diese Woche sollen Verstöße laut Gesundheitsministerin Gómez noch straffrei bleiben. Stattdessen wird seitens der Ordnungskräfte Aufklärung betrieben. Ab kommendem Montag (20. Juli) gelten dann Strafen, deren Wert noch festgelegt und im BOIB veröffentlicht wird. „Bis 100 Euro“ ist der derzeitige Stand.

Den gesamten Beschluss können Sie im BOIB auf Spanisch nachlesen. Er enthält auch andere Ergänzungen zu den Regeln, COVID-19 einzudämmen. Klicken Sie hier.

Ses Salines. Foto: Rüdiger Eichhorn

Illegaler Charterbetrieb und bemühte Normalität in Ses Salines

Wer am Sonntag Ibizas langen Sandstrand Ses Salines besuchte, war überrascht von den vielen Besuchern. Besonders der vordere Teil war ziemlich voll. Und das, obwohl die erste Tageshälfte bewölkt und der Blick auf Formentera etwas trüb war.

Laut Behörden haben nicht zugelassene Charter-Firmen Personen in ihren Booten an den Strand gefahren. Das ist im Naturschutzgebiet verboten. Nachdem sie angeblich seit Tagen schon ihre Geschäfte machen, schritten am Sonntag Beamte des Umweltministeriums und die Guardia Civil ein und unterbanden die Aktivität.

Währenddessen versucht man eine gewisse Normalität für den Urlaub zu erreichen: Strandbars haben geöffnet, wenn auch mit weniger Tischen wegen des Sicherheitsabstands. Die Laken der Liegen werden natürlich gewechselt, wenn neue Gäste sie belegen. Die Parkgebühren betragen zurzeit nur drei Euro fürs Auto und zwei Euro für Motorräder. Platz gab es ausreichend.

Strandservice in Ibizas Buchten im Norden

Das Küstenamt hat noch nicht alle Strandlizenzen in der Gemeinde Sant Joan erteilt, aber das Rathaus ist zuversichtlich, dass bald alle Buchten den gewohnten Service haben.

Zurzeit werden Liegen und Sonnenschirme an den Stränden Port de Sant Miquel, Portinatx  und Cala de Sant Vicent sowie Cala Xarraca aufgestellt.

Corona-Zahlen

Es bleibt auf Ibiza bei 21 nachgewiesen aktiv an Corona Erkrankten. Sechs liegen im Krankenhaus, keiner auf der Intensivstation. 15 sind leichte oder asymptomatische COVID-19 Fälle, sodass sie zu Hause behandelt werden können. Formentera ist offiziell weiter corona-frei.

Balearenweit sind seit Freitag 16 Menschen als geheilt eingestuft worden. Dem gegenüber stehen 21 nachgewiesene Neu-Erkrankungen und leider ein neues Todesopfer.

Follow Us

9,337FansGefällt mir
1,571FollowerFolgen
598AbonnentenAbonnieren