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Dienstag, September 22, 2020
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UK-Touristen. Autovermieter. Masken & Hitze. Korruption

Luftbrücke von Ibiza nach Großbritannien gefordert

Wie eine Bombe schlug die englische ad-hoc-Verhängung der Quarantäne ein:  Britische Urlauber, die aus Spanien heimkehren, müssen sich ab sofort 14 Tage zu Hause isolieren. Reiseveranstalter stornierten umgehend ihre Spanien-Angebote. Ausschlaggebend für die Entscheidung aus London ist die steigende Zahl der Ansteckungen in einigen spanischen Regionen. Obwohl die Balearen sehr niedrige Corona-Zahlen haben, sind auch unsere Inseln betroffen.

Der Tourismus-Sektor befürchtet das Schlimmste. Die Briten sind eine extrem wichtige Tourismus-Gruppe für Ibiza, Formentera, Mallorca und Menorca. Auf Ibiza sind sie der Haupt-Besucher-Markt. Bricht dieser Markt erneut zusammen, droht der wirtschaftliche Kollaps.

Die Balearen haben mit einer Quote von acht Ansteckungen pro 100.000 Einwohner weniger Neuansteckungen als Großbritannien (14,1), und schneiden auch im Spanien-Schnitt (37,9) sehr gut ab.

Mit diesen Argumenten setzt die spanische Regierung sich dafür ein, dass die Inseln von der Regel ausgenommen werden und eine sichere Luftbrücke Balearen-Großbritannien entsteht. Die Balearen-Regierung insistiert in Madrid und London, dass kein Grund zu einer Quarantäne bestehe.

Dagegen hat der erste Reiseveranstalter sofort reagiert. Die TUI hat alle Flüge von UK aufs spanische Festland bis 8. August storniert. Die Balearen werden derzeit jedoch weiter angeflogen. Allerdings ist auch die Verbindung unsicher. Denn selbst wenn die Balearen von der Quarantäne-Regel ausgenommen werden: Niemand weiß, ob – oder wie lange das so bleibt. Viele werden das Risiko meiden und umplanen. Auch die Reiseveranstalter werden sich mehr auf sicherere Ziele konzentrieren.

Die Briten waren 2019 mit 18 Millionen Touristen und 18 Milliarden Euro Ausgaben stärker vertreten als die Deutschen (11,2 Millionen Urlauber) und Franzosen (11,1). Frankreich hat seinen Bürgern schon geraten, nicht nach Katalonien zu reisen, weil dort viele Corona-Fälle aufgetreten sind. Auch für diese Region bedeutet das heftige Einbußen.

Mehrere deutsche Flugplätze bieten seit Samstag den Heimkehrern aus Risikoländern Gratis-Tests an. Entsteht der Corona-Verdacht müssen sie sich 14 Tage zu Hause in Quarantäne oder in Behandlung begeben. München, Düsseldorf, Köln/Bonn und Dortmund bieten die Tests an, Berlin folgt demnächst. Spanien ist bislang allerdings kein Risikoland.

Ibiza kassiert nun die Quittung dafür, dass die Regierung sich wenig um das deutschsprachige Publikum bemüht. Seit Jahren ist der Markt rückläufig, konsequente Versuche, ihn zurückzugewinnen, gibt es nicht. Und das, obwohl die Deutschsprachigen nach einhelliger Meinung der Regierungsparteien der vergangenen Jahre sehr begehrt sind. Sie gelten überwiegend als verantwortungsbewusst und hochklassig, zeigen Interesse an den Familien- und Natur-Angeboten, die von Inselseite aus gestärkt werden sollen. Allerdings sind die Bemühungen um den Qualitäts-Markt überschaubar. Auch Initiativen seitens IbizaHEUTE mit der Inselregierung scheiterten letztendlich an geringem Einsatz seitens der Insel. Zu komfortabel war das Überangebot aus Großbritannien mit seinen zahlreichen Billig-Airlines, die zuverlässig massenhaft Touristen auf der Insel abladen. Auch Italien lief quasi von selbst.

Großbritannien hat viele Billig-Airlines, die zuverlässig für massenweise Touristen sorgten. Foto: Thomas Abholte

Autovermieter auf Ibiza leiden

Mit nur 35 bis 40 Prozent Aktivität gegenüber dem Vorjahr rechnen die Autovermieter auf Ibiza in diesem Jahr. Viele Familienunternehmen haben nach dem Ende des Alarmzustands gar nicht aufgemacht, andere besetzen nur die Filialen auf dem Flughafen.

Besonders leiden unter dieser Situation die Sommer-Aushilfskräfte. Sie werden, so der Präsident des Verbandes der Autovermieter, Juan Cárdenas, in dieser Saison nicht eingestellt. In vielen Firmen machen sie bis zu 40 Prozent der Belegschaft aus.

Vor Corona: Die Autovermieter waren auf Ibiza in großer Vielfalt geöffnet. Dieses Jahr ist die Zahl stark reduziert. Oft haben nur noch die Flughafen-Schalter geöffnet. Foto: Thomas Abholte

Masken in der Hitzewelle auf Ibiza und Formentera

Mit Temperaturen an die 35 Grad Celsius auf Ibiza verabschiedet sich der Juli heiß. Formentera soll etwas kühler bleiben – aber auch dort wird es schweißtreibend. In jedem Fall sollte man darauf achten, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, vorzugsweise Wasser.

Die Hitze macht das Tragen des Mund- und Nasenschutzes nicht angenehmer, Angst vor einem Koller deswegen muss man aber nicht haben, so der Arzt Francisco Cendón in der Tageszeitung „Diario de Ibiza“.

Er gibt ein paar Empfehlungen:

Mehr Flüssigkeit zu sich nehmen als sonst.

Ist die Maske durchgeschwitzt, sollte man sie wechseln.

Unter den chirurgischen oder hygienischen Masken aus der Apotheke und denen aus 100 % Baumwolle atmet es sich besser als unter Synthetik und Polyester.

Schwarz sei die bessere Farbe, weil sie weniger UV-Strahlen auffängt.

Cendón insistiert: Das Tragen der Maske bei hohen Temperaturen ist nicht angenehm, aber es führt nicht zu Atemproblemen. Man müsse sich psychologisch einstellen und nicht dagegen wehren.

Generell: Klimaanlagen sollte nicht auf weniger als 25 Grad kühlen und der Kaltluftstrahl nie direkt auf die Personen gerichtet werden. Außerdem müssen die Filter regelmäßig gereinigt werden, so der erfahrene Mediziner.

Korruptions-Verdacht auch im Hafen von Formentera

Die Festnahme des Vorstandes der balearischen Hafenbehörde wegen Korruptions-Verdachtes zieht Kreise (IbizaHEUTE berichtete online). Nun wird auch der Zuschlag von Anlegestellen auf Formentera von der Staatsanwaltschaft untersucht.

Laut Bekanntmachung ist der Unternehmer Eduardo Soriano, Präsident der Firma Decoin, auch Leiter der halb privaten-halb staatlichen Finanzierungsgesellschaft ISBA. In dieser Funktion habe er Hafenbehörden-Präsident de Torrella nach dem Bankrott von dessen Catering-Firma geholfen, Kredite zu erhalten.

Sorianos Firma Decoin könnte im Gegenzug 2018 den Zuschlag für die Anlegestellen in Formenteras Hafen Sa Savina erhalten haben. Die Firma, die diese Liegeplätze samt dazugehörender Infrastruktur im Hafen seit 1993 verwaltete, ging leer aus und klagte.

Des Weiteren heißt es: Soriano musste die alte Belegschaft übernehmen, was die Bilanz der Operation schwächte. Kaum vier Monate später habe er als Präsident der ISBA die Kredite von de Torrella eingeklagt. Der musste eine Wohnung verkaufen, um die Schuld zu tilgen. So klingt die Kurzfassung der möglichen Verquickung beider Männer nach den Angaben des „Diario de Ibiza“.

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