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Samstag, September 19, 2020
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Warn-App für Ibiza. Königs-Krise. Arbeitsmarkt. Künstler-Hilfe

Corona-Warn-App kommende Woche auf Ibiza und Formentera

Ab 10. August soll auf den Balearen eine Corona-Warn-App zur Verfügung stehen, die sich im Test als sehr effizient erwiesen hat: Sie wird später spanienweit laufen. Zurzeit sind aber die Balearen und die Kanaren für den Erst-Einsatz ausgewählt worden. Das Programm funktioniert, ähnlich wie entsprechende Apps anderer Nationen, darüber, dass möglichst viele es nutzen. Je mehr Menschen sich registriert haben, desto besser können COVID-19-Verbreitungen eingeschränkt werden.

Die App alarmiert jeden, der die App auf seinem Handy installiert hat, wenn er sich mehr als 15 Minuten und weniger als zwei Meter entfernt von einer ebenfalls registrierten Person aufgehalten hat, die im Nachhinein positiv auf COVID-19 getestet wurde.

Die Staatssekretärin für Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, Carme Artigas, stellte die App „Radar COVID“ vor. Sie wurde auf der Kanareninsel La Gomera im Juli getestet und stellte doppelt so viele mögliche COVID-19-Kontakte fest wie die Corona-Tracer herausfanden.

Generell soll die App in Spanien ab 15. September zur Verfügung stehen. Ibiza, Formentera, Mallorca und Menorca, starten, ebenso wie die Kanaren, schon kommende Woche.

Das spanische Gesundheits-Ministerium und die einzelnen Regionen – interessiert sind alle – stimmen zurzeit die letzten Details zum landesweiten Einsatz ab.

Auch für Ferien-Gäste und alle anderen, die hier ihren Urlaub verbringen und die Insel besuchen, ist die App verfügbar.

150 Prozent mehr Arbeitslose auf Ibiza und Formentera

Um 150 Prozent hat die Zahl der Arbeitslosen auf Ibiza und Formentera in einem Jahr zugenommen. Im Juli waren 8776 Personen auf Ibiza und 268 auf Formentera beim Arbeitsamt eingetragen. Das sind aber immerhin 1193 weniger als im Juni, weil der Tourismus im Juli Arbeitsplätze schuf.

So wurden im Juli auf Ibiza 6552 Verträge abgeschlossen, 1035 auf Formentera. Viele sind allerdings Kurzzeitverträge. 452 laufen sogar über weniger als einen Monat.

Nach Sektoren sind Dienstleistungen, Hotels und Gaststätten sowie der Handel am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Baubranche zählt im Juli 1357 mehr Jobsuchende als im Juni. Bislang war sie relativ krisenfest, nun scheint sich auch da die Situation bemerkbar zu machen.

13.000 Menschen auf den Pityusen sind noch immer in staatlich unterstützter Kurzarbeit (ERTE), das sind 5000 weniger als vor einem Monat.

Der Vizepräsident des Dachverbandes der Unternehmervereinigungen der Balearen (CAEB) auf den Pityusen, José Antonio Roselló, bezeichnet die Lage der Arbeitslosigkeit auf Ibiza und Formentera als „extrem kritisch“.

Der spanische Durchschnitt liegt bei 25 Prozent, nirgends ist die Zunahme so hoch wie auf den Balearen – mit über 90 Prozent – und 150 Prozent hier auf Ibiza und Formentera. Das käme, so Roselló, weil der Tourismus der Sektor ist, der unter der Corona-Krise am stärksten leidet. „Und die Pityusen hängen ganz und gar vom Tourismus ab.“

Die kleine Erholung im Juli wird im August wieder belastet, weil viele Briten, aufgrund der Quarantäne-Pflicht im eigenen Land, die Urlaubsreisen nach Spanien absagen. Für Ibiza ist Großbritannien der stärkste Urlaubs-Markt.

Ibiza verteidigt Juan Carlos

Kein Thema wird derzeit so heftig in Spanien diskutiert wie die plötzliche Abreise des Ex-Königs Juan Carlos I. Wegen mehrerer Korruptionsvorwürfe hat der Monarch das Land verlassen, um der Krone nicht länger zu schaden, wie er sich ausdrückte.

Nach Podemos (IbizaHEUTE berichtete online) hat am Mittwoch der Partner des Linksbündnisses, Vereinigte Linke (IU), im Rathaus die Umbenennung des Paseo Juan Carlos I. in Eivissa gefordert.

Dem gegenüber verteidigt eine ganze Reihe von Persönlichkeiten den 82-jährigen Ex-Monarchen. Der konservative Inselratspräsident Vicent Marí stimmt mit dem Generalsekretär der Sozialisten auf Ibiza und Bürgermeister von Sant Josep, Josep Marí Agustinet, überein. Beide loben die Stabilität, die der König dem Land beim Übergang von der Franco-Diktatur in die Demokratie garantierte.

Juan Carlos besuchte als Kronprinz 1973 und dann als König 1994 Ibiza. Der damalige Bürgermeister von Eivissa, Enrique Fajarnés, bezeichnet den König als „Motor der Freiheiten, die wir heute genießen“ und erinnert an die Unschuldsvermutung. Noch sei er nicht einmal angeklagt.

Noch loyaler äußert sich der ibizenkische Konzern-Magnat Abel Matutes Juan: „Der beste König, den Spanien in den vergangenen 500 Jahren hatte“.

Fajarnés führt die Aktion auf den Druck von Regierungschef Pedro Sánchez zurück: Der wolle die Staatsform der parlamentarischen Monarchie kaputt machen, das sei lamentabel.

Tatsächlich hat Sánchez, ohne sich mit seinen antimonarchistischen Regierungspartnern abzusprechen, mit König Felipe VI. über die Zukunft von dessen Vater verhandelt. Sánchez will keinesfalls die Monarchie abschaffen, beteuert er, aber die Veröffentlichungen über Juan Carlos‘ Geschäfte schaden ihr ungemein.

Die Monarchie trifft in Spanien auf immer mehr Gegner, deshalb wäre untadeliges beispielhaftes Verhalten so wichtig. Nach dem Skandal um den Schwager von Felipe VI., der mit einer gemeinnützigen Stiftung sechs Millionen Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet hat, und den in der Schweiz entdeckten mutmaßlichen Schwarzgeldkonten von Juan Carlos, hat es der jetzige König nicht leicht.

Die Adlib-Mode steht, ebenso wie das traditionelle Handwerk, für das authentische Ibiza. Der Inselrat unterstützt diese Sektoren mit Extra-Geld. Foto: Rüdiger Eichhorn

Ibizas Inselrat hilft Mode und Kunsthandwerk

Mit 200.000 Euro unterstützt der Inselrat (Consell) die traditionellen Kunsthandwerker auf Ibiza und die Modedesigner der Adlib-Vereinigung. Dieser Sektor hat es besonders schwer, da die Märkte, auf denen sie ihre Waren anboten, fast drei Monate geschlossen waren und die Modemesseganz abgesagt wurde. Die dadurch entstandenen Verluste lassen sich in diesem Jahr  nicht mehr auffangen, zumal weniger Tourismus kommt.

Andererseits verhelfen die Kunsthandwerker und die Boutiquen mit Ibiza-Mode der Insel zu ihrem besonderen Flair. Sie machen Ibiza für den Tourismus authentisch und attraktiv, so der Inselrat.

Bis 30. August können Betroffene die Hilfen beantragen: seu.conselldeivissa.es

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