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IBIZA Premium Wie ich es sehe: Editorial von Marcel Brunnthaler

Editorial

Feiern während der Pandemie: Im Cova Santa fühlt sich das beinahe „normal“ an. Foto: Privat

Liebe Leserinnen und Leser,

ab dem 8. Oktober darf vor dem Hintergrund niedriger Infektionszahlen auf Ibiza wieder gefeiert werden. Ganz offiziell in Clubs und Diskotheken. Und bis 5 Uhr morgens. Niedrige Infektionszahlen auf den Balearen? – Wie Sie sicher aus IbizaHEUTE wissen, geht die Inzidenz seit Wochen zurück. Aktuell liegt die 7-Tage-Inzidenz auf den Balearen unter 30. Bereits seit Ende August sind die Balearen kein Risikogebiet mehr. Und das, obwohl wir einen fast normalen Sommer inklusive Bussi hier und Umarmung dort erlebt haben – und der September gefühlt sogar voller war, als der August. Und das ist auch gut so.
Doch auch vor der offiziellen „Party-Freigabe“  wurde und wird auf Ibiza gefeiert: Schon seit Monaten haben sich Locations wie das Lìo, das Ushuaïa oder der neue „Gastroclub“ Cova Santa im Rahmen der (pandemiebedingten) Möglichkeiten zum Teil recht kreative Konzepte überlegt, um zumindest etwas Ibiza-Party-Feeling aufkommen zu lassen. Heißt: Unter Einhaltung von u.a. Kapazitäts-, Abstands- und Masken-Regelungen wird schon lange wieder gefeiert. Wobei das bis zum 8. Oktober offiziell nur sitzend am eigenen Tisch erlaubt ist. Tanzen im Club ist bis 8. Oktober also eigentlich nicht möglich. Eigentlich. Denn – so meine Erfahrung – was das Tanzen (mindestens am eigenen Tisch) betrifft, drücken die Verantwortlichen nicht nur beide Augen, sondern gleich auch noch die Handy-Kameras ihrer Gäste zu. Tatsächlich: Beim Einlass beispielsweise ins Ushuaïa wird nicht nur die Temperatur der Gäste gemessen, sondern auch die Handykamera abgeklebt. Sicherheitshalber gleich noch die Selfiekamera mit. Das Gleiche gilt fürs Cova Santa. Ganz sicher nur, damit keine Videos von David Guetta, Black Coffee, Sasha und Co. gemacht werden . . . Oder was glauben Sie? Und ein Heer an Securities sorgt dafür, dass die abgeklebten Handys auch blind bleiben. Oder achten die Ordnungshüter womöglich doch nur darauf, dass die Corona-Regeln eingehalten werden und jede*r an seinem zugewiesenen Platz sitzen bleibt?

Bei der Event-Reihe “Palmarama” im Ushuaïa sind Fotos verboten. Deshalb haben wir nur ein offizielles Pressefoto von der Location. Foto: Palladium Hotel Group


So sieht Ibizas Party-Life noch bis zum 8. Oktober aus. Und ich sage Ihnen: Die Stimmung ist hervorragend. Ganz im Ernst. Da spielt es keine Rolle, dass man gut und gerne 200 Euro für die billigsten Tickets und 400 Euro und mehr für die besseren (Sitz-)Plätze zahlen muss, um dabei zu sein. Das nennt sich dann übrigens Mindestumsatz – und der wird direkt bei der Reservierung von der Kreditkarte abgebucht.
Während sich der oder die ein oder andere (beispielsweise in der Facebook-Gruppe „Ibiza Residenten & Urlauber“) fragt, wie es denn gehen soll, pro Person 200 Euro an einem Abend auf den Kopf zu hauen, dem sei versichert: Das geht schneller, als einem lieb ist. So kostet im Cova Santa eine 0,75-Liter-Flasche des Rosé Miraval (der im Supermarkt keine 20 Euro kostet) stolze 300 Euro und eine Trüffel-Pizza satte 90 Euro. Immerhin mit ganz schön viel Trüffel drauf ????. Keine Frage: Egal, wer auflegt – solche Preise sind absurd! Aber warum sich aufregen oder jene, die sich das leisten wollen, in den Sozialen Medien mit Spott überschütten? Ich wundere mich schon lange nicht mehr darüber, was alles möglich ist und halte auch beim Thema „Feiern in der Pandemie“ das ungeschriebene Ibiza-Gesetz hoch, das Sie sicherlich ebenso kennen und schätzen wie ich. Dieses Gesetz besagt, dass man selbst tun und lassen kann, was man möchte, so lange man andere tun lässt, was diese wollen. (Natürlich mit der Einschränkung, dass man dabei keine Gesetze oder gar Corona-Regeln übertreten darf). Insofern wünsche ich allen, die es sich leisten möchten, bis zum 8. Oktober schöne Abende im Lío, Ushuaïa, Cova Santa und Co. – und ab dem 8. Oktober dann auch allen anderen ausgelassene Abende auf Ibiza. Vorausgesetzt, die Clubs machen 2021 so spät überhaupt noch auf . . . Bisher halten sie sich bedeckt.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Oktober. Bleiben Sie gesund. Nächste Woche schreibt Dieter Abholte an dieser Stelle wieder nach seinem wohlverdienten Urlaub „Wie ich das sehe“ – und ab dann bringen wir beide im Wechsel unsere Gedanken für Sie zu „Papier“. Ich freue mich übrigens auf Ihr Feedback an mb@ibiza-heute.de!
Herzliche Grüße,

Ihr Marcel Brunnthaler

Chefredakteur IbizaHEUTE

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