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Es Vedrà: Anwohner wehren sich gegen Chaos

Ibiza News

So sieht es abends vorm Sonnenuntergang auf der Straße nach Es Vedrà aus. Hunderte Autos kommen und parken wild – auch in den Einfahrten der Anwohner. Foto: Medienbüro Abholte

Grundstückseigentümer greifen angesichts des um sich greifenden Chaos zu radikalen Maßnahmen: Sie sperren den Weg zum Aussichtspunkt s’Era des Mataret. Parkplätze waren bereits zuvor geschlossen worden. 

Zunächst traf die Wut der Anwohner die Zufahrt zum Parkplatz Cala d’Hort, jetzt trifft es auch die Sonnenuntergangspilger persönlich: Der Zugang zum bekannten Es Vedrà-Aussichtspunkt auf Ibiza ist ab sofort komplett gesperrt. Wie die Grundstückseigentümer am Samstag mitteilten, gelte das Verbot nicht nur für die Parkplätze im Bereich Es Savinar und Es Cap Blanc, sondern nun auch für die Leute, die beim Sonnenuntergang zu Hunderten zur Plattform gegenüber Es Vedrà pilgern. Dort spielen sich in der Saison jeden Abend chaotische Zustände ab. Illegale Händler verkaufen Cocktails und Bier. Pappbecher und Flaschen fliegen in die Natur. Die Grundstücke der Anwohner werden als Toiletten benutzt. Morgens müssen die Anwohner den Müll der Sonnenuntergangs-Partys wegräumen. Eine entsprechende Genehmigung zur Sperrung der Zugangswege der Gemeinde liege vor, sagen jetzt die Anwohner. Die wissen sich nicht anders zu helfen. Weil auch ihre Zufahrten zugeparkt und auch Tore zerstört werden.

„Es ist wichtig, dass die Besucher eines verstehen: Selbst wenn sie ihre Autos an der Straße abstellen, können sie den Aussichtspunkt nicht mehr erreichen“, sagte ein Anwohner am Samstag gegenüber der Lokalzeitung „Periódico de Ibiza y Formentera“. Der beliebte Aussichtspunkt in der Cala d’Hort zieht an manchen Tagen mehrere tausend Touristen an, die dort längst nicht nur dem Sonnenuntergang frönen sonder Party feiern und leider oft ihren Müll liegeblassen.

Gemeinde und Landesregierung arbeiten an einer Lösung

Die Grundstückseigentümer seien nicht länger bereit, die „chaotischen Zustände“ länger hinzunehmen, heißt es. Zu den Problemen zählten neben dem überbordenden Verkehr auch gefährliche Klettertouren zum privaten Turm von Es Savinar. Im vergangenen Sommer nutzte ein US-amerikanischer DJ den Aussichtspunkt s’Era des Mataret gar als Veranstaltungsort seiner privaten Session – ohne behördliche Genehmigung.

Die Gemeinde Sant Josep und die Regionalregierung der Balearen prüfen derzeit verschiedene Lösungsansätze, wollen sich aber noch nicht zu Details äußern. Erst vor wenigen Tagen hatten Anwohner  über eine für die Jahreszeit ungewöhnlich hohe Zahl von Ausflüglern geklagt. Und das lange vor der Saison. Bisher hat das zuständige Rathaus von Sant Josep kaum auf die Beschwerden der Menschen reagiert, die dort leben. Ob es wirklich zu einer Lösung des Problems kommt? Nicht wenige der Anwohner zweifeln daran.